Bioenergetische Übungen und Grounding


Der intensive Kontakt zum Boden symbolisiert den intensiven Kontakt mit der Realität. Wie stehe ich auf dem Boden, wie stehe ich im Leben?

 

Grounding (Nach Wikipedia)

 

Ein zentrales Konzept in der Bioenergetischen Analyse ist das sog. „Erden“ oder „Grounding“. Lowen begann in den 1950er Jahren mit seinen Patienten im Stehen körperlich zu arbeiten. Das hatte es bis dahin im psychotherapeutischen Kontext noch nicht gegeben. ....Grounding (wird) verstanden als

  • das Stehen und der aufrechte Gang im Schwerefeld der Erde (Kontakt zum Boden, Standfestigkeit und Eigenständigkeit)
  • Fühlkontakt mit allen Bereichen der eigenen Körperlichkeit, als Verwurzelung in der Wahrnehmung des Körperselbst
  • Verbundenheit mit der eigenen Geschichte, Verstehen der eigenen Biografie
  • Fähigkeit, Beziehungen einzugehen und aufrechtzuerhalten
  • Fähigkeit, Selbstentgrenzungen durchzustehen (spirituelle Dimension, Transzendenz)
  • Voraussetzung für Containment (emotionale Haltekraft) und Erregungsableitung in den Boden (als Voraussetzung für eine lebendige Sexualität). 

Bioenergetische Grundübungen: "Elefant" und "Bogen"


Ebenso zum Thema "Grounding" gehören die Beschreibungen der Grundübungen wie "Elefant" und "Bogen".

Der "Elefant"

Der „Elefant“ erinnert viele an alte Schulerfahrungen im Sportunterricht, die als unangenehm erlebt wurden. Anders der „Bioenergetische Elefant“. Die Patientin*der Patient steht mit beiden Füßen auf dem Boden. Zehen, Fußballen, Mittelfuß und Ferse konzentrieren sich darauf, den Boden zu spüren. Er*sie bückt sich nach vorn, die 10 Finger stützen ihn*sie am Boden ab. Er*sie beginnt nun, die Knie nach hinten zu drücken. Die Bioenergetische Art ist, die Knie nur so weit nach hinten zu drücken, bis sie zu vibrieren beginnen. Diese Vibration verstärkt das Gefühl, die Füße in den Boden zu drücken und den Kontakt zum Boden und zur Realität besser zu spüren.

 

 

"Bioenergetischer Bogen“

Der Bioenergetische Bogen führt viele zunächst auf eine sportliche Spur. Die Patientin*der Patient steht wieder mit beiden Füßen auf dem Boden. Die Aufgabe nun besteht darin, mit beiden Händen von hinten das Becken nach vorn zu drücken. Die unmittelbare Reaktion ist, den Oberkörper nach hinten zu bewegen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren. Viele streben eine möglichst „elegante“ Figur an. Es geht aber darum, genau den „Kipp-Punkt“ zu spüren, wenn die körperliche Unsicherheit beginnt, der von der Angst begleitet wird umzufallen. An diesem Punkt entwickelt sich eine Vibration im ganzen Körper, die es eine Weile auszuhalten gilt: Wie stehe ich im Leben, wenn es mal „kippelig“ wird, bleibe ich im Kontakt mit meiner Umgebung, oder breche ich den Kontakt ab, wenn es zu Konflikten kommt?


Bioenergetische Hilfsmittel

Bioenergetischer Atemschemel

Der Bioenergetische Atemschemel oder Hocker steht in jeder Bioenergetischen Praxis. Das englische Wort dafür ist „stool“ = Hocker. Gemeint ist also nicht das deutsche Wort „Stuhl“. Manche sagen auch „Bock“. Der Atemschemel ist dazu da, sich mit dem Rücken darüber zu legen. So kommt es zu einer starken Dehnung der Wirbelsäule. Der so entstehende Druck wirkt direkt auf Muskelverspannungen im Rücken, die oftmals Ursache für Rückenschmerzen sind. Wenn es gelingt, die Verspannungen zu lösen, lassen sich die Schmerzen oftmals lindern.

Atemschemel "Breathe" mit Sitz und Stock


Bioenergetische Atemrolle

Die Bioenergetische Atemrolle hat einen Durchmesser von ca. 40 cm. Sie ist mit einer körpergerechten Auflage versehen, die aus Schaumstoff mit hochwertigem Stoffbezug gefertigt ist. Wenn man sich mit dem Rücken darüber legt, entwickelt sie einen sanften Druck und bietet den Vorteil, dass man jede Stelle des Rückens selbst durcharbeiten kann. Die Atemrolle ist sozusagen die Vorstufe zum Bioenergetischen Hocker und sehr geeignet, der Patientin*dem Patienten die Angst vor der starken Dehnung zu nehmen.

Atemrolle in drei Varianten


Bioenergetischer Würfel

Der Bioenergetische Würfel ist 80 bis 100 cm hoch. Er wird mit den Fäusten, einem Tennisschläger oder einem Stock bearbeitet. Patienten*innen drücken so ihre Wut körperlich aus. Viele haben davor Hemmungen, erst recht, wenn sie die Wut mit lauten Schreien begleiten sollen.

Bioenergetischer Würfel