Spanische Einwanderer in Deutschland


Ein weiteres Beispiel für Resilienz sind die Kinder der spanischen Arbeitsmigranten, die als Gastarbeiter nach Deutschland kamen. Die Frage, ob Migration an sich einen Risikofaktor darstellt, wird meist positiv beantwortet. Erfolgreich bewältigte Migrationsrisiken können jedoch die Resilienz stärken. Wegen der verbreiteten Armut und der Diktatur des Francisco Franco kamen in den 1970er Jahren viele Spanier nach Deutschland, um dort eine bessere Zukunft zu finden. Die Masse der spanischen Einwanderer war relativ ungebildet und stammte aus benachteiligten Gegenden des Landes. Das Franco-Regime hatte das Bildungssystem wenig entwickelt, die Schulen boten nicht ausreichend viele Plätze für die Kinder. Die Kinder der spanischen Migranten hatten mit den typischen Gastarbeiterproblemen zu kämpfen.


Heute sind sie in der Mitte der Gesellschaft angekommen und besetzen ähnliche Berufspositionen wie Deutsche. Erklärt werden kann dieser Aufschwung mit der starken Selbstorganisation der spanischen Einwanderer und einer gezielten Bejahung der vollen Integration in das deutsche Schulsystem. Das wurde zum Teil gegen die Behörden durchgesetzt, die Sonderklassen für Migranten bilden wollten.  Dies führte zu guten Schulabschlüssen, frühen Erfolgen bei der Vermittlung von Lehrstellen und entsprechenden Berufserfolgen. Kaum ein spanischer Schüler verlässt die Schule ohne Abschluss. Beachtenswert ist, dass die beruflichen und schulischen Erfolge der Spanier nicht mit einem Verlust ihrer kulturellen Identität einhergehen. Viele Spanier betrachten sich nach wie vor als ethnische Spanier, sie schicken mehr Geld in ihre Heimat als Migranten anderer Herkunftsgruppen und planen häufiger, in ihre Heimat zurückzukehren. (Wikipedia)