Systemische Beratung


 

Was kann in der systemischen Beratung geschehen? Ich gebe ein Beispiel aus einer Moderation im Gesundheitsmanagement: Zwei Berufsgruppen bearbeiten ein Produkt nacheinander. Dabei kommt es immer wieder zu kleineren Problemen, die nicht besprochen werden. Denn Gruppe A hat schon Feierabend, wenn Gruppe B loslegt. Außerdem arbeiten die Gruppen an verschiedenen Orten im Produktionsgebäude. Man sieht sich nicht regelmäßig. Ärger ist die Folge, der sich im Laufe der Zeit aufbaut und an anderen Stellen entlädt. (In diesem Beispiel waren es überdurchschnittlich viele Fehltage.) Einzelne Mitarbeiter von A und B wollen das ändern. Sie schlagen eine regelmäßige Besprechung vor. Und ernten Widerspruch:

  • Noch eine Regelbesprechung ohne konkreten Anlass!
  • Dadurch entstehen Überstunden!
  • Man braucht einen Besprechungsraum. Räume sind knapp!
  • Das ist schwierig, im Produktionsprozess zu disponieren!

Die Mitarbeiter lassen nicht locker: Wie können wir das Problem trotzdem lösen? In der Moderation ensteht die Argumentation für diese Lösung:

  1. Ein Treffen einmal pro Woche reicht aus.
  2. Für die Besprechung kritischer Situationen reichen 15 Minuten.
  3. Zwei Vertreter pro Gruppe - mehr müssen es nicht sein. 

Daraus ergibt sich eine nachhaltige Lösung, die ab jetzt praktiziert wird. 

Auf der organisatorischen Ebene: In der einen Woche bleiben zwei von Gruppe A länger, in der Woche danach kommen zwei von Gruppe B früher.

Quantitative Betrachtung: Die Überstundenfrage spielt plötzlich keine Rolle mehr. Der Aufwand ist gering. Das Ergebnis wiegt die höheren Kosten auf.

Qualitative Betrachtung: Jede Woche findet eine gezielte Kommunikation in den Gruppen statt: Was sollen unsere zwei Vertreter der anderen Gruppe mitteilen? UND: Die Konfliktlösekompetenz der ganzen Gruppe steigt spürbar. Es wird eingeübt, Probleme anzusprechen und Kompromisse vorzuschlagen und abzustimmen. Eine Gelegenheit für eine solche Erarbeitung bietet der Begleitteamworkshop im Betrieblichen Gesundheitsmanagement.

Paradoxe Fragestellungen


Wie helfen paradoxe Fragestellungen weiter? Ein Beispiel, das auch gut zu der oben geschilderten Problemlösung passen könnte: "Wie müssen Sie die Arbeit organisieren, damit Sie sicher sind, dass es noch höhere Fehlzeiten gibt?" ODER: "Wie müssen die Führungskräfte führen, damit die Fehlzeiten auf jeden Fall weiter steigen?" Auf beide Fragen hat sofort jeder eine Antwort aus der eigenen Berufserfahrung. Die Antworten müssen Sie nur ins Gegenteil verkehren, dann erhalten Sie eine konstruktive und nachhaltige Lösung. 

Für Organisationen gilt:


Es gibt nicht nur ein »Entweder–Oder«. Es gibt auch ein »Weder-Noch« oder ein »Sowohl-als-auch«. Vom Di-lemma zum Tetra-lemma.

Und es gilt die Frage: Wie ist die Umgebung gestaltet oder entstanden, die derartige Konflikte ermöglicht bzw. zulässt oder gar unterstützt?

Wann sind Sie bei mir richtig ?


Wenn eine solche Vorgehensweise Ihr Interesse findet, dann sind Sie schon dabei, Ihre Fragestellungen in die systemische Richtung zu erweitern. 

Sie wünschen weitere Informationen; beispielsweise zu Kosten? Kommen wir ins Gespräch. mehr...